Mit zusätzlicher Vorsorge die gesetzliche Rente aufbessern

Steuerliche Förderung wird erweitert

 

Einmal jährlich verschickt die Deutsche Rentenversicherung eine Renteninformation über den aktuellen Stand der erworbenen Anwartschaft und mit einer Hochrechnung auf den Rentenbeginn. Fast jedem wird dabei klar: Die gesetzliche Rente reicht nicht aus, um sich all das zu leisten, was man schon immer wollte oder um einfach das gewohnte Lebensniveau beizubehalten. Zusätzliche private oder betriebliche Vorsorge ist nötig. So gibt es die verschiedensten Möglichkeiten einer privaten Vorsorge über klassische Lebens- oder Rentenversicherungen, Fondssparpläne, Kapitalanlagen oder Immobilienvermögen, eine Rürup-Rente oder einen privaten Riestervertrag. Eine wichtige Ergänzung zur gesetzlichen Rente ist die betriebliche Altersversorgung, die in vielen Unternehmen schon seit Jahren über betriebliche Direktversicherungen, Unterstützungskassen, Pensionsfonds oder Pensionskassen üblich ist. Um noch mehr Unternehmen und Arbeitnehmer zu bewegen, betrieblich fürs Alter vorzusorgen, wird betriebliche Altersvorsorge staatlich gefördert. Mit dem zum 1. Januar 2018 in Kraft getretenen Betriebsrentenstärkungsgesetz wurden die Fördermöglichkeiten nochmals erweitert.

Mehr Beiträge für Betriebsrenten steuerfrei ansparen

Bisher konnten jährlich Beiträge in Höhe von 4 % der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei in eine Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder eine Direktversicherung eingezahlt werden, bei nach dem 31. Dezember 2004 erteilten Zusagen zusätzlich noch 1.800 Euro. Ab 2018 können jährlich Beiträge in Höhe von 8 % der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei in eine Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder eine Direktversicherung eingezahlt werden. Sozialversicherungsfrei bleiben wie bisher jedoch nur Beiträge bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze. Gefördert werden sowohl zusätzliche Beiträge des Arbeitgebers als auch Beiträge aus Entgeltumwandlungen des Arbeitnehmers.

Beispiel:

Nach der Neuregelung können 6.240 € (8 % von 78.000 €) in 2018 steuerfrei eingezahlt werden, davon 3.120 € auch sozialversicherungsfrei.

Nach Altregelung könnten in 2018 dagegen nur 4.920 € (4 % von 78.000 € + 1.800 €) steuerfrei eingezahlt werden, davon 3.120 € auch sozialversicherungsfrei.

Fazit: 2018 können 1.320 € mehr steuerfrei angespart werden.

Arbeitgeber werden zuschusspflichtig

Bei einer Entgeltumwandlung verzichtet der Arbeitnehmer auf Teile seines Bruttoentgelts und erwirbt dafür Ansprüche auf eine betriebliche Altersversorgung. Das steuer- und sozialversicherungspflichtige Entgelt wird damit gemindert und der Arbeitnehmer spart Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge. Dabei ist allerdings zu beachten, dass damit Ansprüche auf die gesetzliche Rente verloren gehen. Auch der Arbeitgeber muss weniger Beiträge zahlen. Diese ersparten Beiträge haben viele Arbeitgeber schon bisher an den Arbeitnehmer weitergegeben, indem sie mit in den Vorsorgevertrag eingezahlt wurden.

Künftig müssen Arbeitgeber die ersparten Beiträge weitergeben. Ab dem 1. Januar 2019 ist für alle neuen Entgeltumwandlungsvereinbarungen ein Zuschuss in Höhe von 15 % einzuzahlen, soweit tatsächlich Sozialversicherungsbeiträge eingespart wurden. Ab 2022 ist der Zuschuss auch für alle bereits bestehenden Vereinbarungen zu leisten.

Neue Förderung für Betriebsrenten

Ab 2018 kommt eine neue Fördermöglichkeit hinzu, von der vor allem auch Arbeitnehmer mit geringerem Einkommen profitieren können. Mit dem sogenannten BAV-Förderbeitrag gibt es für zusätzliche Altersvorsorgebeiträge des Arbeitgebers zugunsten einer kapitalgedeckten betrieblichen Altersvorsorge (mindestens 240 Euro und maximal 480 Euro pro Jahr) einen neuen staatlichen Zuschuss. Dieser beträgt 30 % des Arbeitgeberbeitrags, also mindestens 72 Euro (30 % von 240 Euro) und maximal 144 Euro (30 % von 480 Euro). Der Zuschuss wird dem Arbeitgeber über die angemeldete Lohnsteuer erstattet. Im Ergebnis zahlt der Arbeitgeber nur 70 % des Altersvorsorgebeitrages, mit dem der Arbeitnehmer Ansprüche auf eine betriebliche Rente erwirbt.

Förderfähig sind Arbeitnehmer in einem ersten Dienstverhältnis, deren laufender Arbeitslohn monatlich maximal 2.200 Euro beträgt. Steuerfreie oder pauschalbesteuerte Lohnbestandteile sowie sonstige Bezüge wie Weihnachtsgeld bleiben dabei unberücksichtigt. Für den Arbeitnehmer ist der zusätzliche Arbeitgeberbeitrag steuer- und regelmäßig auch sozialversicherungsfrei.

 

(Stand: 27.02.2018)

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